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Fair! Was auch sonst? Fair Trade Kampagne 2021

Hier finden Sie eine Übersicht verschiedener Fair Trade Siegel.
Siegel World Fair Trade Organization

WFTO (World Fair Trade Organization)

  • Überprüft ein gesamtes Unternehmen, nicht einzelne Produkte
  • Globales Netzwerk von rund 370 Fair-Handels-Organisationen aus 70 Ländern
  • Mitglieder sind Fair-Handels-Importeure wie El Puente, Produzentengruppen in den Ländern des globalen Südens und Verkäuferorganisationen wie der Weltladen Dachverband
  • Zu den 10 Prinzipien des fairen Handels laut WFTO gehören beispielsweise faire Löhne, gute Arbeitskonditionen, keine Zwangsarbeit, keine Diskriminierung und Respektierung der Umwelt
Siegel Fairtrade

Fairtrade

  • Lizensiert fair gehandelte Produkte
  • Kleinbauern und Beschäftigte profitieren von festen Mindestpreisen, die die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken
  • Fairtrade verbietet Zwangsarbeit, illegale Kinderarbeit und Diskriminierung
  • Achtet darauf, das Angestellte Zugang zu Trinkwasser und medizinischer Versorgung haben
  • Fordert umweltschonenden Anbau und nachhaltige Energie- und Wassernutzung
  • Bezahlt Mindestpreise und Prämien
  • Verpflichtet Händler/innen zu transparenten und langfristigen Handelsbeziehungen
  • Bietet Unterstützung, Schulungen und Beratung für Produzenten in den Anbauländern
  • Die unabhängige Zertifizierungsgesellschaft FLOCERT überprüft vor Ort, ob von Produzenten und Händler die Fairtrade-Standards eingehalten werden
  • für Mischprodukte wurde ein Mindestanteil an fair gehandelten Zutaten von 20% festgelegt
Siegel Fair for Life

Fair for Life

  • Fair for Life ist ein Fair-Handels-Siegel, das die Schweizer Bio-Stiftung IMO entwickelt hat
  • Hat einen Nachhaltigkeits-Standard, der darauf abzielt, dass Fairer Handel auch Umweltstandards einhält
  • Fordert vollständige physische Rückverfolgbarkeit und die Einhaltung sozialer Kriterien und Umweltkriterien entlang der gesamten Handelskette
  • Wird auch an mittlere Familienbetriebe und Vertragsanbau vergeben
  • Steht für soziale Verantwortung (faire Löhne, keine Diskriminierung, Krankenversicherung,...), Umweltschutz (keine Wasserverschwendung, Müllreduzierung, keine Tierversuche,...), Fair Trade (langfristige Geschäftsbeziehungen, schnelle Bezahlung,...)
  • Bei Mischprodukten müssen mindestens 80% aus fairem Handel stammen
Siegel Naturland Fair

Naturland Fair

  • Wird an Produkte vergeben, die bio UND fair gehandelt sind
  • Gilt auch für Rohstoffe aus dem globalen Norden, wie etwa Milch
  • Richtlinien sind unter anderem faire Erzeugerpreise, soziale Verantwortung, regionler Rohstoffbezug, gesellschaftliches Engagement und verlässliche Handelsbeziehungen
  • Die Richtlinien bereiten die Grundlage für ein planbares Auskommen in wirtschaftlich benachteiligten Regionen
  • Produkte, die aus einer Zutat bestehen, wie Tee, Kaffee, Milch sind zu 100% fair gehandelt
  • Bei Naturland Fair Produkten, die sich aus mehreren Zutaten zusammensetzen, ist der Anteil an fair gehandelten Rohstoffen auf dem Produkt vermerkt. Dieser beträgt mindestens 50% und muss gesteigert werden, sobald weitere Zutaten in Naturland Fair Qualität verfügbar sind.
Siegel Gepa fair plus

Gepa (fair plus)

  • Fairhandels-Häuser, die nach dem Garantiesystem der WFTO geprüft sind
  • Ziele sind unter anderem benachteiligte Produzenten im Süden zu fördern und bestehende Welthandelsstrukturen, durch Alternativen und politische Arbeit, zu verändern
  • Förderung biologischer Landwirtschaft
  • Langfristige Handelsbeziehungen
  • Geregelte Arbeitszeiten mit Pausen
  • Bessere gesundheitliche Versorgung der Angestellten
  • Vertreiben Lebensmittel und Handwerksprodukte zu fairen Preisen und Konditionen, beispielsweise zahlen sie den Produzenten Bio- und Sozialzuschläge und geben Vorfinanzierungen
  • Beliefern Welt- und Naturkostläden sowie Supermärkte
Siegel Banafair

Banafair

  • Non-profit Organisation für Entwicklungszusammenarbeit
  • Fairer Handel mit kleinbäuerlichen Produzenten/innen, der sowohl den Bauernfamilien wie den Verbraucher/innen eine konkrete und nachhaltige Alternative bietet
  • Arbeitsstrukturen sind denen der Gepa sehr ähnlich
  • Vertreibt hauptsächlich Bananen von Kleinbauern aus Lateinamerika und unterstützt dort zahlreiche soziale Projekte
  • Arbeitsschwerpunkt liegt vor allem in der Organisation von Bildungs- und Öffentlichkeitskampagnen
  • Bietet finanzielle Unterstütztung von Programmen von Partnerorganisationen in Lateinamerika (Arbeits- und Menschenrechte, Ernährungssicherheit, Ökologisierung der Bananenproduktion)
Siegel Hand in Hand

Hand in Hand

Bio. Fair. Rapunzel

  • Hand in Hand ist ein Siegel des Bio-Herstellers Rapunzel
  • Rapunzel bietet seine Produkte ausschließlich über den Naturkost-Fachhandel und Reformhäuser an
  • Etablierung einer Politik der sozialen Verantwortung in der Organisation
  • Alle Mitglieder einschließlich ihrer Familien haben Zugang zu einer lokalen medizinischen Grundversorgung, einer lokalen schulischen Ausbildung (mindestens Basis-Schulbildung) und sichere Transportmöglichkeiten
  • Alle Mitarbeiter einschließlich ihrer Familien, die dauerhaft auf dem Grundstück des Betriebs wohnen, haben Zugang zu sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Wohnmöglichkeiten mit hygienischen sanitären Anlagen
  • Alle Mitarbeiter, welche dieselbe Arbeit verrichten, erhalten unabhängig ihres Geschlechts bei gleicher Leisung die gleiche Entlohnung
  • In Fällen, in denen der gezahlte Lohn gleich oder höher dem gesetzlichen Mindestlohn, aber niedriger als das Existenzminimum ist: der HAND IN HAND Lieferant ist aufgefordert, den gezahlten Lohn/Gehalt Schritt für Schritt auf ein Niveau anzuheben, das gewährleistet, dass die Lebenshaltungskosten dauerhaft angestellter Mitarbeiter gedeckt sind
Siegel El Puente

El Puente

  • gewährleistet eine bis zu 100%ige, zinsfreie Vorfinanzierung
  • unterbinden ausbeuterische Kinderarbeit und sorgen dafür, dass die Kinder der Produzentenfamilien die Schule besuchen können
  • erhöhte Sicherheit am Arbeitsplatz der Produzenten
  • Sie setzen sich für ihren Schutz, für ein angenehmes soziales Klima frei von Diskriminierung und für die Grundabsicherung der Arbeiter und ihrer Familien bezüglich Krankheit und Rente ein
  • Ein unabhängiges Gremium, der Projektpartnerausschuss (PPA), überprüft die Einhaltung der festen Handelskriterien El Puentes, außerdem durchläuft El Puente regelmäßig das Monitoring der World Fair Trade Organization (WFTO)
  • Ermöglicht langfristige Partenerschaften
  • In den von El Puente an die Partner gezahlten Preise sind Aufschläge enthalten für biologischen Anbau, für besonders hohe Produktqualität sowie für soziale Projekte, die allen Mitgliedern und der Gemeinschaft zugutekommen
  • Über die Aufnahme neuer und die Fortsetzung bestehender Handelspartnerschaften entscheidet der El Puente Projektpartnerausschuss. Dieser setzt sich als unabhängiges Gremium aus Mitarbeitern von Weltläden und Mitgliedern des El Puente Vereins zusammen
Siegel Contigo

Contigo

  • Faire Preiszahlung für Qualität und soziale Leistungen
  • Bezahlung von Sonder- und Nebenleistungen
  • Offenlegung und Dokumentation der Handelswege und -beziehungen
  • Regelmäßige, vollständige und pünktliche Zahlung von Löhnen und Gehältern
  • Einhaltung aller Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO Convention)
  • Einhaltung der UN Convention zum Schutz der Kinderrechte
  • Keine Diskriminierung
  • Sichere, saubere und ausreichend beleuchtete Arbeitsbedingungen
  • Feuerschutz
  • Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • Kostenlose Beratungs- und Informationsleistungen zu den Zielmärkten, Trends, Export- und Importbestimmungen, Produktsicherheit, Vorschriften
  • Transparenz des Managements und aller betrieblichen Aktivitäten
Siegel Weltpartner

Weltpartner

  • Faire Preise & Konditionen für Produzenten
  • Wertschöpfungskette, bei der alle gewinnen
  • Politische Lobbyarbeit für gerechte Welthandelsstrukturen
  • Gesunder Anbau für Mensch & Natur
  • Ressourcen- und klimaschonende Bewirtschaftung
  • Verlässliche & direkte Beziehungen
  • Dauerhafte Kooperationen
  • Fairhandelsgenossenschaft mit transparenter Handelskette
  • Vorfinanzierungsmodell als Hilfe zur Selbsthilfe
  • Investitionen in Wertschöpfung vor Ort
  • Einsatz für Menschenrechte, Demokratie & Frieden
  • setzt auch bewusst auf Bildung und Weiterbildung als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung der Menschen in vielen Regionen

Warum gibt es kein einheitliches Zeichen?

  • der Begriff „fair" ist rechtlich nicht geschützt
  • es gibt international definierte Fair-Handels-Prinzipien, die die Grundlage der Arbeit der Fair-Handels-Akteure darstellen
  • Jedes Unternehmen kann ihn nach eigenen Vorstellungen in seiner Kommunikation verwenden
  • Ausdruck davon sind eine Vielzahl an Produktsiegeln und Zeichen, die von anerkannten Fair-Handels-Organisationen genutzt werden

Nachhaltig ist nicht gleich fair

  • Beim Fairen Handel steht der Mensch im Mittelpunkt
  • Was den Fairen Handel von vielen anderen Ansätzen unterscheidet, sind die weitreichenden Kriterien, wie die Zahlung eines fairen Preises, die Möglichkeit der Vorfinanzierung der Produktion sowie die langfristigen Handelsbeziehungen
  • Außerdem zeichnet sich der Faire Handel durch seinen entwicklungsorientierten Ansatz aus. Er setzt auf das Empowerment der Produzent*innen, unterstützt deren Selbstorganisation und den Aufbau von Weiterverarbeitungsmöglichkeiten vor Ort
  • Nachhaltigkeitsansätze haben ihre Schwerpunkte eher im ökologischen Bereich, wie z.B. Umweltschutz oder Biodiversität

Bio ist nicht gleich fair

  • Bio-Produkte sind nicht unbedingt fair gehandelt – und nicht alle fair gehandelten Produkte stammen aus kontrolliert biologischem Anbau
  • der Anteil an biologisch hergestellten Lebensmitteln im Fairen Handel nimmt weiter zu
  • Bei Bio-Produkten werden in erster Linie ökologische Standards überprüft und umgesetzt
  • Entsprechend sind Sozialstandards und die Einhaltung der ILO (Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen) Kernarbeitsnormen in der Regel keine Voraussetzung für eine Bio-Zertifizierung
  • Obwohl der Fokus des Fairen Handels auf der Einhaltung von sozialen und Menschenrechts-Standards liegt, gehört der Schutz der Umwelt untrennbar zu einer fairen Wirtschaftsweise dazu
  • Die Umstellung auf biologische Landwirtschaft wird im Fairen Handel grundsätzlich gefördert und mit zusätzlichen Prämien honoriert
  • Wurde auf Bio-Anbau umgestellt, gibt es dann im Fairen Handel einen Bonus für die Herstellung ökologischer Produkte
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